Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben „Nachhaltige Renaturierung von Kalkmagerrasen in Zeiten des Globalen Wandels”

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Abteilung für Biodiversität und Landschaftsökologie

gefördert durch

Hessen
NRW
BfN

Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben „Nachhaltige Renaturierung von Kalkmagerrasen in Zeiten des Globalen Wandels”

Dem Insektenrückgang entgegenwirken

Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben zur Renaturierung von Kalkmagerrasen

Um dem aktuellen Insektenrückgang entgegenzuwirken, versuchen wir großflächig einen der artenreichsten Lebensraumtypen Mitteleuropas – Kalkmagerrasen – durch innovative und nachhaltige Renaturierungsmaßnahmen wiederherzustellen. Die in diesem Vorhaben gewonnen Erkenntnisse sollen Modellcharakter für die deutschlandweite Förderung der Arten- und insbesondere Insektenvielfalt haben.

Kalkmagerrasen sind meist durch eine jahrhundertelange Nutzung als Viehweiden und ohne Einsatz von Dünger auf kalkreichen Böden entstanden. Sie zeichnen sich vor allem durch eine große Vielfalt an Pflanzen- und Insektenarten aus. Daher kommt ihnen für die Erhaltung der Biodiversität eine herausragende Bedeutung zu.

Allerdings werden viele Kalkmagerrasen in Deutschland inzwischen nicht mehr bewirtschaftet. Wenige, konkurrenzstarke Gräser haben sich oft stark ausgebreitet und vielerorts nehmen Gebüsche die Flächen ein. Diese Entwicklung hat einen massiven Artenrückgang zur Folge. Es besteht somit dringender Handlungsbedarf, um die Magerrasen mit ihren einzigartigen Lebensgemeinschaften dauerhaft in Deutschland zu erhalten.

Die Koordination des Hauptvorhabens, das vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) sowie den Ländern Nordrhein-Westfalen und Hessen gefördert wird, obliegt der Fachabteilung Landschaftspflege des Landkreises Kassel. Als Projektpartner fungieren die Landschaftsstation im Kreis Höxter e.V. und die Biologische Station Hochsauerlandkreis e.V.

Mit der wissenschaftlichen Begleitung des Hauptvorhabens wurde die Abteilung für Biodiversität und Landschaftsökologie der Universität Osnabrück betraut. Ihre Aufgabe ist es, innovative und nachhaltige Renaturierungsmaßnahmen zu entwickeln und zu erproben. Ein besonderes Augenmerk liegt erstens auf der Nutzung des Biomasseaufwuchses verbuschter Magerrasen als regenerativem Energieträger und zweitens auf der Übertragung von Mahdgut und Insekten auf die renaturierten Flächen. Letzteres soll eine erfolgreiche Wiederbesiedlung durch die typischen Lebensgemeinschaften sicherstellen.

Wir wünschen viel Spaß bei der Erkundung dieser Homepage. Wenn Sie mögen, dann besuchen Sie doch mal das Projektgebiet in der schönen und artenreichen Kulturlandschaft des Diemeltals. Es lohnt sich.

Orchideenreicher Kalkmagerrasen
Die orchideenreichen Kalkmagerrasen des Projektgebietes gehören zu den prioritär zu schützenden Lebensraumtypen in Europa (FFH-LRT *6210). Diese Fläche am Unterlauf der Diemel zeichnet sich im Frühjahr durch den Blühaspekt des Dreizähnigen Knabenkrautes (Orchis tridentata) aus. Foto: Dominik Poniatowski

 

Thymian-Ameisenbläuling (Phengaris arion). Foto: Thomas Fartmann

Unsere Unterstützer

Beratend stehen uns die Forstämter Wolfhagen und Reinhardshagen sowie der NABU Kreisverband Kassel und der NABU Altkreis Hofgeismar zur Seite. Unterstützt wird das Projekt zudem vom Naturpark Reinhardswald. Für die Bereitstellung von Flächen bedanken wir uns ganz herzlich bei HessenForst Forstamt Wolfhagen, den Städten Liebenau, Hofgeismar und Trendelburg sowie zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern: Herrn Albrecht Bertelmann, Herrn Dr. Claus Biederbick, Frau Karin Biederlack-Tunk, Herrn Fritz Diederich, Herrn Karl-Erich Fülling, Herrn Armin Gerhardt, Frau Elisabeth Kleine, Herrn Eberhard Klink, Herrn Hans-Ulrich Müller, Herrn Burkhard Rabe von Pappenheim und Herrn Hermann Rüddenklau.


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Aktuelles

19.11.2020

Entbuschungsmaßnahmen im Kreis Höxter

Krähenberg
Krähenberg

Die Pflegearbeiten im länderübergreifenden Projekt „Nachhaltige Renaturierung von Kalkmagerrasen“ gehen weiter. Zurzeit werden im Raum Scherfede und Dalhausen stark verbuschte Kalkmagerrasen unter Aufsicht der Landschaftsstation im Kreis Höxter e. V. und in Kooperation mit dem Landkreis Kassel wieder freigestellt. Das Ziel der Maßnahmen ist es, einen der artenreichsten Lebensräume Mitteleuropas als Rückzugsraum für zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten wiederherzustellen. Die Presseberichte finden Sie hier: PM Beverunger Rundschau 18.11.2020, 08.11.2020, PM Westfalen-Blatt PDF 05.11.2020

01.09.2020

Projektvorstellung im Westfalen-Blatt

Diemelmühle
Das Diemeltal bei Dalheim

Am 28.08.2020 berichtete Prof. Dr. Thomas Fartmann Redakteurin Josefa Reineke vom Westfalen-Blatt, warum die Universität Osnabrück im Diemeltal forscht und welche Ziele mit dem Projekt „Nachhaltige Renaturierung von Kalkmagerrasen“ verfolgt werden. Den Text finden Sie hier: PM Westfalen-Blatt

13.07.2020

Entwicklung und Erprobung von Methoden zum Mahdgutübertrag

Mahdgutübertrag
Saatbettvorbereitung mit einem Forstmulcher

Im Herbst und Winter 2019/2020 wurden bereits 22 ha stark mit Sträuchern zugewachsene Magerrasen im Diemeltal und Umgebung freigestellt (s. unten Beitrag vom 04.03.2020). Die typischen Kalkmagerrasenarten haben jetzt wieder Licht zum Wachsen. Allerdings sind viele Flächen aufgrund der langen Verbuschung mittlerweile floristisch stark verarmt. Abhilfe kann hier eine sogenannter Mahdgutübertrag schaffen. Zunächst wird auf benachbarten Kalkmagerrasen (= Spenderflächen) artenreiches Mahdgut gewonnen. Anschließend wird dieses Material zur Empfängerfläche gebracht, um es dort auf einem bereits vorbereiteten Saatbett auszubringen. Mehrfaches Wenden sorgt dafür, dass das Heu nicht schimmelt und das Saatgut aus den Hülsen und Kapseln auf das Saatbett fällt. Die Etablierung der Vegetation wird einige Jahre in Anspruch nehmen. Einige Arten keimen z. B. erste im zweiten Jahr nach der Übertragung. Damit die Flächen nicht wieder zuwachsen und sich die charakteristische Vegetation entwickeln kann, soll auf möglichst vielen Flächen eine extensive Beweidung realisiert werden. Die Presseberichte finden Sie hier: PM Landkreis Kassel, PM HNA, PM HNA PDF

01.06.2020

Nachweis der Violetten Holzbiene für das Diemeltal

Violette Holzbiene
Violette Holzbiene

Eine unserer größten Wildbienenarten ist die Violette Holzbiene (Xylocopa violacea). Im Rahmen seiner Studie zur Wildbienenfauna der Renaturierungsflächen im Mittleren und Unteren Diemeltal konnte Marcel Kettermann die Art bislang für zwei Standorte nachweisen. Die Violette Holzbiene ist sehr wärmeliebend und legt ihre Nester – wie der Name schon verrät – in Totholz an. Abgestorbene Bäume sollten auf den Kalkmagerrasen daher unbedingt erhalten werden.

29.05.2020

Ameisengrillen-Exkursion

Suche nach Ameisengrillen
Suche nach Ameisengrillen

Am 27. Mai hatten wir Besuch vom Netzwerk Heuschrecken in Hessen. Gemeinsam haben wir im Unteren Diemeltal Ameisengrillen gesucht. Auf zwei Kalkmagerrasen konnten insgesamt 14 Tiere nachgewiesen werden. Im Laufe der nächsten Monate soll die Suche auf weitere Regionen in Hessen ausgeweitet werden. Bislang ist zur Verbreitung der Art kaum etwas bekannt, da sie sehr versteckt in Ameisennestern lebt. Für Hessen gibt es außerhalb des Diemeltals aktuell nur einen Nachweis.

15.05.2020

Seltene Schmetterlingsart wiederentdeckt!

Wegerich-Scheckenfalter
Wegerich-Scheckenfalter

Unser Kollege Marcel Kettermann hat am 8. Mai den deutschlandweit gefährdeten Wegerich-Scheckenfalter (Melitaea cinxia) auf einem renaturierten Kalkmagerrasen im Unteren Diemeltal entdeckt. Die Art war im Gebiet lange Zeit ausgestorben. Der letzte Nachweis stammt aus dem Jahr 1926! Im Zuge des Klimawandels breitet sich der Scheckenfalter in Deutschland aber lokal wieder aus. Die kleine Population im Diemeltal wurde vermutlich erst vor Kurzem gegründet.

21.04.2020

Neue Studie veröffentlicht – Renaturierungsmaßnahmen fördern die Artenvielfalt in Kalkmagerrasen

Artenreiche Renaturierungsfläche
Artenreiche Renaturierungsfläche

Ein wichtiger Bestandteil unserer Untersuchungen war die Evaluation der bereits durchgeführten Maßnahmen innerhalb der Kalkmagerrasen des Diemeltals. Unsere Analysen verdeutlichen, dass die Entbuschungsflächen auf vielfältige Weise eine Bereicherung für die Kalkmagerrasen-Komplexe darstellen. So tragen sie unter anderem zu einer höheren Habitatheterogenität bei, die als Schlüsselfaktor für eine hohe Artenvielfalt angesehen wird. Die Entbuschungsflächen mit ihrer relativ hohen und dichten Vegetation sind aber auch aus Sicht des Klimawandels ein Gewinn, da sie aufgrund des kühleren Mikroklimas dürreempfindlichen Arten Ausweichmöglichkeiten bieten. Bemerkenswert sind zudem die Vorkommen einiger seltener Pflanzenarten wie dem Aufrechten und Deutschen Ziest (Stachys recta und Stachys germanica) sowie der hohe Anteil an Pollenquellen für spezialisierte Wildbienenarten. Die zukünftigen Entbuschungsmaßnahmen sollten sich möglichst auf nährstoffarme, flachgründige und gut besonnte Hänge konzentrieren. Auf derartigen Standorten sind die Chancen am größten, dass sich typische Kalkmagerrasenarten und weitere wertgebende Arten ansiedeln werden. Mehr Informationen zur Studie finden Sie hier: Forschung

Poniatowski, D., Stuhldreher, G., Helbing, F., Hamer, U. & T. Fartmann (2020): Restoration of calcareous grasslands: The early successional stage promotes biodiversity. Ecological Engineering 151: 105858 doi: doi.org/10.1016/j.ecoleng.2020.105858

27.03.2020

Entwicklung und Erprobung von Methoden zum Insektenübertrag - Veröffentlichung in entomologischer Fachzeitschrift

Motorsauger
Motorsauger im Einsatz

Im Rahmen dieser Studie haben wir die Eignung eines umgebauten Laubsaugers für die Übertragung von Insekten auf renaturierte Flächen erprobt. Unsere Studie belegt, dass die Sterblichkeit der untersuchten Insekten generell gering war. Über 90 % der gefangenen Tiere überlebten die Erfassung und auch die anschließende Hälterung (1 bis 3 Stunden). Der Einsatz eines Motorsaugers ist folglich ein geeignetes Hilfsmittel für den Insektenübertrag. Um die Sterblichkeit der sensiblen Artengruppen zu reduzieren, empfehlen wir die Verwendung einer Kühlbox. Zudem sollten die gefangenen Tiere möglichst zeitnah auf die Renaturierungsflächen übertragen werden. Mehr Informationen zur Studie finden Sie hier: Forschung

Helbing, F., Fartmann, T. & D. Poniatowski (2020): Suction samplers are a valuable tool to sample arthropod assemblages for conservation translocation. Entomologia Experimentalis et Applicata. doi: doi.org/10.1111/eea.12952

04.03.2020

Abschluss der Entbuschungsmaßnahmen

Am 28. Februar endeten die Entbuschungsmaßnahmen für diese Saison. Insgesamt wurden 22 ha verbuschte Kalkmagerrasen freigestellt. Im nächsten Herbst und Winter stehen weitere Pflegearbeiten in Hessen und Nordrhein-Westfalen an.

11.02.2020

Fortsetzung der Pflegearbeiten

Maßnahmen Diemeltal
Besichtigung der Maßnahmen

Die Wiederherstellung der Magerrasen geht weiter. Nachdem im Herbst überwiegend kleine Magerrasen im Warmetal entbuscht wurden (s. Beitrag vom 8. Oktober 2019), werden bis Ende Februar ausgewählte Flächen im Diemeltal freigestellt. Das Ziel ist es auch hier, den Zustand der überregional bedeutsamen Magerrasen zu verbessern. Einige Flächen sind inzwischen so stark mit Sträuchern zugewachsen, dass nahezu keine typischen Arten mehr vorhanden sind. Durch die Renaturierung der Magerrasen werden Bedingungen geschaffen, die eine Wiederbesiedelung seltener Tier- und Pflanzenarten ermöglichen. Bei der Umsetzung der Maßnahmen legen wir großen Wert darauf, dass einzelne Gebüschgruppen und wertvolle Strukturelemente wie Wacholder und markante Einzelbäume erhalten bleiben. Die Pressemitteilungen und Rundfunkbeiträge finden Sie hier: PM Landkreis Kassel, PM HNA, Audio hr4

08.10.2019

Beginn der Entbuschungsmaßnahmen

Maßnahmen Warmetal
Entbuschungsmaßnahmen

Gestern fiel der "Startschuss" für die Entbuschungsmaßnahmen im Warmetal. Begonnen wurde mit einem stark verbuschten Magerrasen nördlich von Niedermeiser. In den folgenden Wochen sollen weitere Flächen zwischen Obermeiser im Süden und Liebenau im Norden freigestellt werden.

Die Ziele der Maßnahmen sind es, den Zustand der Magerrasen zu verbessern und geeignete Habitatstrukturen zu schaffen, die die Wiederansiedlung seltener und gefährdeter Arten ermöglichen. Zudem soll durch die Schaffung von Trittsteinen im Warmetal der Habitatverbund zwischen dem Diemeltal und dem Dörnberg – den beiden größten Kalkmagerrasengebieten der Region – gestärkt werden. Die Pressemitteilung finden Sie hier: PM HNA, PM Landkreis Kassel

04.07.2019

Start der Geländesaison

Kalkmagerrasen
Artenreicher Kalkmagerrasen

Eine der ersten Untersuchungen, die wir im Zuge der wissenschaftlichen Begleitung des Hauptvorhabens durchführen werden, ist die Erfassung der Vegetation auf ausgewählten Kalkmagerrasen. Die Aufnahmen sollen in gut gepflegten Bereichen der Kalkmagerrasen angelegt werden und dienen somit als Referenz, um die Entwicklung der Vegetation auf den Maßnahmenflächen bewerten zu können.

02.07.2019

Bewilligung der wissenschaftlichen Begleitung

Zum 1. Juli wurde die wissenschaftliche Begleituntersuchung des E+E-Hauptvorhabens bewilligt.

Die Ziele des Vorhabens sind unter anderem die Entwicklung und Erprobung von Mahdgut- und Insektenübertrag bei der Renaturierung, die Entwicklung eines Konzepts zur möglichst kostenneutralen Entbuschung von Kalkmagerrasen, die Evaluation der Maßnahmen anhand eines Monitorings und die Erarbeitung von Handlungsempfehlungen zur nachhaltigen Renaturierung von Kalkmagerrasen.

25.04.2019

Vorstellung des Hauptvorhabens in Hofgeismar

Projektvorstellung
Vorstellung des E+E-Hauptvorhabens

Am 16.04.2019 wurde von Prof. Dr. Thomas Fartmann (Universität Osnabrück) und Jürgen Düster (Landkreis Kassel) der regionalen Presse das Hauptvorhaben vorgestellt. Der erste Kreisbeigeordnete des Landreises Kassel – Andreas Siebert – hatte hierzu die Presse und zahlreiche Akteure eingeladen. Die Pressemitteilungen finden Sie hier: PM HNA, PM Landwirtschaftliches Wochenblatt, PM lokalo24.de, PM dtoday.de

18.03.2019

Start des Hauptvorhabens

Das von Prof. Dr. Thomas Fartmann (Universität Osnabrück) initiierte und vom Landkreiskassel beantragte länderübergreifende Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben (E+E) zur Renaturierung von Kalkmagerrasen ist am 15. März 2019 gestartet. Das Projekt wird vom Bundesamt für Naturschutz (BfN), der Bezirksregierung Detmold (für das Land Nordrhein-Westfalen) und dem Regierungspräsidium Kassel (für das Land Hessen) sowie durch Eigenleistungen des Landkreises Kassel finanziert.

05.11.2018

Abschluss der Vorstudie

Gemeine Trauerbiene
Gemeine Trauerbiene

Am 31.10.2018 endete die Vorstudie des E+E-Vorhabens zur Renaturierung von Kalkmagerrasen.

Die Suche nach geeigneten Maßnahmenflächen war ein wesentlicher Bestandteil der Vorstudie. Insgesamt konnten mehr als 20 stark verbuschte Kalkmagerrasen auf hessischer und westfälischer Seite gefunden werden, die sich für eine Renaturierung anbieten (> 50 ha). Damit sich die Auswirkungen der Maßnahmen bewerten lassen, wurde schon auf zahlreichen dieser Flächen die Flora und Fauna ausgewählter Artengruppen erfasst. Parallel dazu haben wir die Entwicklung bereits entbuschter Kalkmagerrasen im Diemeltal evaluiert. Die Erkenntnisse stellen eine wertvolle Grundlage für die geplanten Maßnahmen des Hauptvorhabens dar.

30.07.2018

Ministerin Hinz auf Sommertour im Diemeltal

Wiesen-Storchschnabel
Sommer im Diemeltal

Am 27. Juli besuchte die hessische Ministerin Priska Hinz das Projektgebiet, um sich von Prof. Dr. Thomas Fartmann (Universität Osnabrück) und Jürgen Düster (Landkreis Kassel) über das Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben „Nachhaltige Renaturierung von Kalkmagerrasen“ informieren zu lassen. Sie dankte den Akteuren für ihr besonderes Engagement bei der Initiierung des Projektes. Die Pressemitteilungen finden Sie hier: PM hessische Landesregierung, PM Hofgeismar Aktuell

17.07.2018

Eine hohe Habitatqualität entscheidet über das Vorkommen spezialisierter Insektenarten

Heidegrashüpfer
Heidegrashüpfer

Habitatqualität, Flächengröße und Habitatvernetzung gelten als die wichtigsten Faktoren, die das Vorkommen von spezialisierten Insektenarten in fragmentierten Landschaften bestimmen. Es wird jedoch bis heute kontrovers diskutiert, welcher dieser Faktoren die größte Bedeutung für den Artenschutz besitzt. Im Rahmen einer großräumig angelegten Studie wurde nun anhand von Modellorganismen verschiedener Insektenordnungen die relative Bedeutung dieser Faktoren analysiert. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass die Habitatqualität, gefolgt von der Flächengröße, den stärksten Einfluss auf das Vorkommen unserer Modellorganismen hatte. Flächen mit geringer Habitatqualität (= verfilzt und verbuscht) sollten daher zunächst großflächig freigestellt werden. Anschließend empfehlen wir eine extensive Beweidung. Denn diese Art des Managements schafft eine heterogene Vegetationsstruktur, die den ökologischen Ansprüchen vieler Arten gerecht wird. Ein besonderes Augenmerk bei der Habitatpflege sollte auf die Erhaltung und Schaffung lückiger und niedrigwüchsiger Vegetationsbestände gelegt werden, da die Mehrzahl der gefährdeten Insektenarten auf derartige Habitatstrukturen angewiesen ist.

Poniatowski, D., Stuhldreher, G., Löffler, F. & T. Fartmann (2018): Patch occupancy of grassland specialists: Habitat quality matters more than connectivity. Biological Conservation 225: 237–244. doi: doi.org/10.1016/j.biocon.2018.07.018

11.07.2018

Umweltbildung im Diemeltal

Im Rahmen der Projekttage des Gymnasiums Marianum in Warburg zum Thema „Biodiversität“ veranschaulichten unsere Doktoranden Felix Helbing und Thorsten Münsch einer Schülergruppe die Artenvielfalt und den hohen Naturschutzwert der Kalkmagerrasen des Diemeltals. Am 9. und 10. Juli lernten die Schüler typische Schmetterlings- und Heuschreckenarten der Magerrasen sowie deren Lebensweise kennen. Dabei übten sie, wie man die Tiere fangen und bestimmen kann. Im Anschluss an die Exkursion stellten die Schüler ihre Erkenntnisse auf Plakaten dar, um diese in der Schule auszustellen.

16.06.2018

Pressemitteilung der Neuen Westfälischen

Am 15.06.2018 stellte Prof. Dr. Thomas Fartmann (Universität Osnabrück) bei einer Besichtigung des Naturschutzgebietes Scheffelberg/Hellberg bei Scherfede NW-Redakteur Hermann Ludwig das Projekt vor. Den Text finden Sie hier: Pressetext Neue Westfälische

22.05.2018

Erste Ergebnisse in der Fachzeitschrift Insect Conservation and Diversity veröffentlicht

Aufrechte Trespe
Dominanzbestand der Aufrechten Trespe

In den letzten Jahren lässt sich in vielen Kalkmagerrasen des Projektgebietes eine zunehmende Vergrasung durch die Aufrechte Trespe (Bromus erectus) beobachten. Wir führen diese Entwicklung auf den Klimawandel zurück, da die Art in der Lage ist, aufgrund zunehmender Trockenheit und steigender Temperaturen früher zu keimen und im Laufe des Sommers mehr Biomasse aufzubauen. Die Konsequenzen für die typische Flora und Fauna sind weitreichend. Die Dominanz der Aufrechten Trespe hat zum Beispiel zur Folge, dass viele konkurrenzschwächere Pflanzenarten verschwinden. Dies wirkt sich wiederum negativ auf die Insektenvielfalt aus, da zahlreiche Arten auf bestimmte Wirts- und Nährpflanzen angewiesen sind. Wenn sich die Vergrasung durch die Aufrechte Trespe in den nächsten Jahren weiter fortsetzt – und davon ist auszugehen – sind Gegenmaßnahmen unbedingt erforderlich. Wie diese aussehnen könnten, wird in unserem Artikel diskutiert:

Poniatowski, D., Hertenstein, F., Raude, N., Gottbehüt, K., Nickel, H. & T. Fartmann (2018): The invasion of Bromus erectus alters species diversity of vascular plants and leafhoppers in calcareous grasslands. Insect Conservation and Diversity. doi: doi.org/10.1111/icad.12302s.de

27.04.2018

Die Saison ist eröffnet!

Stattliches Knabenkraut
Stattliches Knabenkraut

Im Sommer 2017 hatten wir angekündigt, dass dieses Jahr die Tagfalter und Pflanzen auf den Maßnahmenflächen des Warmetals kartieren werden sollen (s. Meldung vom 04.08.2017). Jetzt ist es soweit. In der ersten Mai-Woche werden wir mit der Kartierung des Schlüsselblumen-Würfelfalters (Hamearis lucina) beginnen. Für die folgenden Wochen sind die Erfassung weiterer Tagfalter und die der wertgebenden Pflanzen geplant.

31.01.2018

Das Untere Diemeltal - Natur erleben in der Grenzregion von Hessen und NRW

Der sehr ansprechend bebilderte Flyer zum unteren Teil des Diemeltals informiert über die Schönheit und Vielfalt der Region. Im Fokus stehen die Kalk-Halbtrockenrasen mit ihrer artenreichen Flora und Fauna. Von Warburg bis Bad Karlshafen reihen sie sich entlang der Diemel wie Perlen auf einer Kette aneinander. Mehrere Gebiete sind durch Wanderwege erschlossen und lassen sich aktiv erleben.

30.01.2018

Publikation: Artenschutz und Ökonomie im Einklang

Stattliches Knabenkraut
Schwalbenschwanz

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Technologie-Informationen stellen wir das Projekt „Nachhaltige Renaturierung von Kalkmagerrasen“ kurz vor. Hier geht es zum Beitrag: Projektvorstellung

16.01.2018

Projektvorstellung in Hofgeismar

Prof. Dr. Thomas Fartmann (Universität Osnabrück) wird am 30. Januar 2018 das Projekt im Rahmen des Veranstaltungskalenders der Landwirtschaft im Landkreis Kassel vorstellen. Der Titel der Präsentation lautet "Die Kalkmagerrasen des Diemeltals – ein mitteleuropäischer Hotspot der Artenvielfalt". Die Veranstaltung findet um 19:30 Uhr "Zum Alten Brauhaus" statt (Marktstraße 12, 34369 Hofgeismar)

17.10.2017

Pressemitteilung der HNA

Am 12.10.2017 hat HNA-Redakteur Gerd Henke über das Projekt berichtet. Den Text finden Sie hier: Pressetext Hessische Niedersächsische Allgemeine Zeitung

18.09.2017

Abschluss der Feldstudien

Flohrberg
Flohrberg

Ende letzter Woche haben wir unsere Geländearbeiten für dieses Jahr erfolgreich beendet. Jetzt steht die Auswertung der Daten an. Von den Ergebnissen erhoffen wir uns, Erkenntnisse für eine Optimierung der geplanten Maßnahmen ableiten zu können.

13.09.2017

Pressekonferenz

Am 12.09.2017 wurde die regionale Presse im alten Spritzenhaus in Liebenau-Ostheim über das E+E-Vorhaben informiert. Herr Uwe Schmidt (Landrat des Landkreis Kassel) und Herr Prof. Dr. Thomas Fartmann (Universität Osnabrück) hatten hierzu die Bürgermeister der Städte Liebenau, Hofgeismar und Trendelburg, die Forstämter Reinhardshagen und Wolfhagen sowie den Regionalbauernverband Kurhessen e.V. eingeladen. Das Ziel der Veranstaltung war es, den naturschutzfachlichen Wert des Diemeltals zu verdeutlichen, das eigentliche Projekt vorzustellen und den möglichen Nutzen des Projektes für die Region aufzuzeigen. Mehr Infos unter: Pressestelle Landkreis Kassel

04.09.2017

Der Diemel-Dry-Gin aus Ostheim

Die Wacholderheiden und Kalkmagerrasen des Diemeltals gehören zu den landschaftsprägenden Elementen der Region. Entstanden sind sie durch eine jahrhundertelange Beweidung, die eine außerordentlich hohe Artenvielfalt geschaffen hat. Ihrer Erhaltung kommt daher eine überregionale Bedeutung zu. Hierbei können ein sanfter Tourismus sowie die Produktion und Vermarktung regionaler Produkte einen wichtigen Beitrag leisten. Ein Beispiel ist der Diemel-Dry-Gin von Joachim Kalitzke und Kai Seidenhefter der Firma Diemelstrand aus Liebenau-Ostheim. Er wird unter anderem mit selbst geernteten Wacholderbeeren hergestellt – mit freundlicher Unterstützung der Unteren Naturschutzbehörde. Mehr Infos unter: fieldfare-gin.de

21.08.2017

Neue Heuschreckenarten entdeckt!

Rote Keulenschrecke
Rote Keulenschrecke

Im Rahmen der Heuschreckenkartierung konnten erstmalig die Rote Keulenschrecke, die Südliche Eichenschrecke, die Sumpfschrecke, die Sichelschrecke und die Große Goldschrecke für das Warmetal nachgewiesen werden.

04.08.2017

Heuschreckenkartierung

In den nächsten zwei bis drei Wochen werden wir auf den zu entbuschenden Flächen im Warmetal die Heuschreckenfauna erfassen. Die Kenntnis des Artenspektrums vor der Entbuschung (Ist-Zustand) ist eine wichtig Voraussetzung, um die Auswirkungen der Renaturierungsmaßnahmen bewerten zu können. Weitere Kartierungen sind für 2018 geplant (u.a. Tagfalter und Pflanzen).

02.08.2017

Beginn der Feldstudien

Entbuschungsfläche
Artenreiche Entbuschungsfläche

Im Mai haben wir mit unserer ersten Feldstudie begonnen. Das Ziel der Untersuchung ist es, die bisherigen Renaturierungsmaßnahmen im Projektgebiet zu evaluieren. Hierfür haben wir 100 Monitoringflächen installiert (50 renaturierte Flächen, 25 Kalkmagerrasen im Zielzustand und 25 verbuschte Kalkmagerrasen). Als Modellorganismen dienen Pflanzen und Zikaden. Letztere gelten als wichtige Primärkonsumenten und haben gegenüber anderen pflanzenfressenden Insektengruppen (z.B. Heuschrecken und Tagfalter) den Vorteil, dass sie deutlich artenreicher sind und eine starke Ortstreue zeigen. Zikaden eignen sich somit hervorragend für die naturschutzfachliche Bewertung (kleiner) Flächen.

13.07.2017

Unsere Homepage ist online!

Ab sofort informieren wir hier über die Aktivitäten rund um das Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben.